Das geheimnisvolle Boot im Fluss

Poker As

Verlässt man den CVD (Segelclub von Dakar) so ist man allein unter Pirogen – keine anderen Segelboote mehr. Umso gespannter waren wir daher, die Besitzer des französischen Segelbootes kennen zu lernen, das tagelang neben uns im Saloum ankerte. Doch tagsüber war niemand an Bord. Manchmal sahen wir spät abends noch Licht oder am frühen Morgen jemand an Land rudern mit einem wenig die Luft haltenden Gummiboot.

Dann endlich konnten wir Kontakt aufnehmen und erfuhren eine beeindruckende Geschichte. Das Schiff, die Poker d’As gehört Alex, einem jungen Franzosen (27), der segeln, aber sich auch gleichzeitig humanitär engagieren wollte. Daher hat er HumaniMer – L’Humanitaire en Mer gegründet und berichtet von seiner Reise und seinen Aktivitäten auf seinem Blog humanimer.fr

Seine Fähigkeit, Computernetzwerke aufzubauen, wollte er nutzen, um in abgelegenen Orten des Senegals Schulen mit Computerlaboren auszustatten. Dazu schloss er sich zusammen mit Voiles Sans Frontieres, die das Projekt finanziell und logistisch unterstützten. Er sammelte 25 Computer-Spenden, die mit 3 anderen Segelbooten in den Senegal gebracht wurden.

Zwei Monate nach Beginn war seine Reise eigentlich schon wieder zu Ende. Als er nicht an Bord war, rutschte der Anker und sein Boot strandete an der französischen Küste. Aber Alex wäre nicht Alex, wenn er sich dadurch von seinem Vorhaben abbringen lassen würde. Da das Boot leider bei der Strandung in seiner Struktur zu stark beschädigt worden war, kaufte er sich von dem Geld der Versicherung ein Boot des gleichen Typs.

Zwei Monate später konnte er seine Reise fortsetzen – und diesmal nicht allein. In der Zwischenzeit hatte er auch noch seine Liebe gefunden: Elodie, die nach nur 2 Wochen Bedenkzeit zu ihm an Bord zog.

Im Senegal angekommen brachten die Beiden die Computer mit Eseln und Pirogen in die entsprechenden Schulen im Saloum Delta. Strom gibt es in diesen Dörfern nur stundenweise und daher mussten sie oft tagelang in den Schulen oder bei Familien übernachten, bis die Computer initialisiert, neu mit Programmen versehen und vernetzt waren. Elodie hat dann mit großem Engagement die Lehrer und Schulkinder in die Benutzung der Computer eingeführt.

Ihre Bilanz: Drei Computerlabore wurden eingerichtet. Mehr als 80 Techniker, 60 Lehrer und 540 Schüler wurden unterrichtet und eingewiesen.

Das Projekt ist nun abgeschlossen und sie haben gemeinsam beschlossen, dass Alex anschließend den Atlantik Einhand überquert. Das ist nun geschehen und wir haben uns alle vier hier in Le Marin (Martinique) wieder getroffen.

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