Frischer Fisch

Panama heißt in der Sprache der Ureinwohner „Überfluss an Fisch“. Auf dem Weg zu den Las Perlas Inseln hüpfte wie immer ein Fisch in die Pfanne.

 

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Das geheimnisvolle U-Boot

 

Wer mehr über das U-Boot lesen möchte, dem empfehlen wir diesen Artikel der FAZ http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/julius-hermann-kroehl-und-die-geschichte-des-u-boots-14537862.html

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Wir lieben Panama

 

You want buy mola?

Kaum ein Land haben wir zu Anfang so falsch gesehen wie Panama. Das erste Mal sind wir nach 2 Monaten fast schon fluchtartig wieder zurück nach Kolumbien gesegelt. Mit der karibischen Seite Panamas konnten und können wir nicht viel anfangen.

San Blas war schön, keine Frage, aber warm geworden sind wir mit dem Land und den Leuten nicht. Die Kuna Yala (indigene Urbevölkerung der San Blas Inseln) haben eine jahrhundertelange Tradition sich halbwegs erfolgreich gegen die Invasion des weißen Mannes zu wehren. Dafür haben sie unsere Hochachtung. Aber das bedeutete für uns auch, wir fühlten uns immer etwas fehl am Platz dort.

 

 

Unsere Abneigung gegen Portobello und in abgemilderter Weise auch Linton Bay, der kleine Versorgungspunkt im Dschungel bleibt bestehen. Einzig die täglichen Brüllaffen-Konzerte bleiben uns gut in Erinnerung.

 

Als wir dann in Shelter Bay Marina am Eingang zum Panama Kanal ankamen, fühlten wir uns schon etwas wohler – und das trotz gigantischer Mückenschwärme, stehender Hitze und der wenig zuvorkommenden Marina Angestellten (damit meine ich nur die Leute im Büro, nicht die, die wirkliche Arbeit machen auf der Werft.)

Shelter Bay bedeutete in erster Linie Arbeit und Vorbereitung auf die Durchfahrt durch den Panama Kanal und Weiterfahrt zu den Marquesas. Wir hatten letztes Jahr unseren Freunden von der SY Vitania bei der Kanalpassage geholfen und kannten daher die prekären Liegemöglichkeiten vor Panama City bereits. Wir wollten nur durch den Panama Kanal und dann schnell weg… Nun sind fast 6 Monate vergangen, wir sind immer noch hier und der Abschied fällt uns ziemlich schwer.

Die Passage durch den Panama Kanal war ziemlich nervenaufreibend und im Nachhinein grenzt es an ein Wunder, dass wir die Fahrt ohne Schäden am Schiff bewältigt haben. Es war viel Glück dabei, denn wir hatten am 2. Tag einen völlig überforderten und nur auf sein Essen fokusierten Kanallotsen an Bord. Aber wir sind heil im Pazifik angekommen und nur das zählt. Vielen Dank noch einmal an unsere lieben Linehandler von der SY Auriga, die uns so wunderbar beigestanden haben. Hier ist ihr Bericht: https://aurigasea.wordpress.com/2017/06/10/oh-wie-schoen-ist-panama/

Die ersten zwei Tage lagen wir dann im Balboa Yachtclub. Eine pompöse Bezeichnung für ein ziemlich wenig geschütztes Ankerbojenfeld. Jasina tanzte regelmäßig im Schwell der vorbeijagenden Pilotboote und wir flüchteten ums Eck an den Ankerplatz Las Brisas. Hier liegt man wesentlich geschützter, so lange nicht ein Gewitter mit Starkwind das eine oder andere Boot zum Treiben bringt. Der große Nachteil war jedoch, dass man bei mehr als 4 m Tidenhub an einer glitschigen, halbzerbrochenen Steintreppe anlegen musste. Das Dinghy machte man dann am Dalben fest und kletterte über andere Dinghies und glitschige Steine an Land. Es gab zwar einen nagelneuen Dinghy Steg, der wurde jedoch gnadenlos von einer Militärwache Tag und Nacht verteidigt. Niemand durfte diesen Steg benutzen. Panama eben.

Gerade als wir uns einigermaßen erholt hatten und uns etwas unwillig vorbereiteten für die Pazifik Passage, passierte ein Unglück, dass aber für uns und alle anderen Segler hier das reinste Glück war. Eines der Boote im Balboa Yachtclub fing eines Nachts Feuer, trieb durchs Bojenfeld, setzte andere Boote und schließlich auch den Anleger in Brand. Von diesem Anleger legte täglich eine Fähre zu den umliegenden Inseln ab. Das war nun nicht mehr möglich. Aber wie durch ein Wunder , tags darauf fuhr die Fähre vom Steg bei uns. Nun war der Steg „entjungfert“. Die Soldaten versuchten zwar verzweifelt, die Benutzung etwas einzuschränken und verboten anfangs die Benutzung ab 18 Uhr. Aber keiner kümmerte sich drum, und so gaben sie es auch bald auf. Sie bewachen weiterhin den Steg, wir grüssen sie täglich, wenn wir an ihnen vorbei an Land gehen und alle sind glücklich. Auch das ist Panama. Ein amerikanischer Segler liegt regelmäßig überkreuz mit den Soldaten. Er wird daher von den Soldaten gezwungen, eine Rettungsweste im Dinghy zu tragen. Wir anderen werden aber in Ruhe gelassen damit. Auch das ist Panama.

 

Hier noch unser persönliches Abschiedsvideo

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Wo seid Ihr und wann fahrt ihr weiter?

Gerade Anker geworfen in einem neuen Revier, unter Mühen ein Café mit Internet aufgetrieben und die frohe Botschaft in die Welt hinausposaunt und dann kommt diese, von uns schon so gefürchtete Frage: „Wo seid Ihr und wann fahrt Ihr weiter?“ In diesen Momenten wird uns wieder sehr deutlich, wie weit wir uns von Deutschland und allem entfernt haben. Es liegen zwar „nur“ 14 Flugstunden zwischen uns, aber gefühlt eine ganze Welt.

Dies ist einer der Gründe, neben der normalen Schreibfaulheit natürlich, warum es hier auf unserem Blog in der Zwischenzeit so still war. Wie sollen wir vermitteln, was wir hier erleben? Oft haben wir erst nach Wochen das Gefühl das neue Revier etwas verstanden zu haben. Abgesehen von der Umgebung ist auch unser „normaler“ Alltag so ganz anders. An wen richtet sich eigentlich unser Blog und was wollen wir sein? Wollen wir Revierbeschreibungen für andere Segler oder unsere Nicht-Segler in Deutschland schreiben? Nein, nicht wirklich. Davon gibt es schon jede Menge und bessere als unseren Blog. Wen interessiert es schon, wenn ein älteres Paar sich aufmacht auf ausgetrampelten Pfaden die Welt zu umrunden? Das haben schon tausende vor uns getan.

Ein anderer Grund war, dass wir im vergangenen halben Jahr mehr mit familiären und persönlichen Dingen beschäftigt waren, die hier nichts zu suchen haben. Nun müssen wir uns entscheiden, geht es weiter mit diesem Blog und wenn ja, in welche Richtung.

Von einer zügigen Weltumseglung kann keine Rede mehr sein, wir leben 3 Monate an einem Ort und ziehen dann weiter dazu benutzen wir dann die Segel.
Wir brauchen recht lange um zu verstehen, wie eine Gesellschaft tickt und häufig verschätzen wir uns zunächst, wie gerade jetzt in Panama.

 

Als wir die Berichte von unseren vorausfahrenden Booten aus der Südsee lasen, dachten wir … schön, aber uns erscheint Mittelamerika dann doch noch spannend genug, um noch ein paar Monate dran zu hängen. So sind nun doch noch Costa Rica und Mexiko mit in der Planung. Über Ecuador haben wir so viele Berichte gelesen, dass wir meinen schon nicht mehr hinfahren zu müssen. Also wir werden noch lange unterwegs sein und das Sehnsuchtziel ist Thailand.

Um die eingangs gestellte Frage nochmal aufzugreifen, für wen schreibe ich hier? Ich glaube, ich habe die Antwort gefunden: für mich – und wenn auch andere es gerne lesen – um so besser! Die Vorstellung, den Blog nicht weiter zu führen, hat mir erst jetzt deutlich gemacht, dass er mir doch wichtig ist. Es ist wie früher das Fotoalbum!

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Viel erlebt und nichts geschrieben

Wir begrüßen die neue Leserin Frau B. aus L., die in Wirklichkeit genauso heißt. Ihr ist es zu verdanken, dass ich mich endlich hingesetzt habe und diesen überfälligen Text erstellt habe. Es ist der dritte Versuch den Text zu Papier zu bringen. Es gibt zwei Hürden … zunächst haben wir seit 4 Monaten nichts geschrieben und zum anderen haben wir wirklich viel Neues erlebt. Na und chronische Faulheit kommt auch noch dazu – plus Silvester-Sekt.

Mit Kolumbien und Panama haben wir zum ersten Mal fremdes Terrain betreten, welches noch nicht von TUI und Co. erschlossen ist. Keiner sagt mehr “ kenn ich – war ich schon „. Weiterlesen

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Santa Marta – versteckte Perle

1462396740204Will man von den ABC Inseln nach Panama so bietet sich ein Stopp in Kolumbien an. Kolumbien hat dank Friedensverhandlungen mit den Rebellengruppen und enger Zusammenarbeit mit den Amerikanern im Kampf gegen Drogenschmuggel an Stabilität und Wohlstand gewonnen.

Die meisten Segler stoppen dann in Carthagena mit seiner schönen Altstadt. Aber es gibt noch eine andere, unserer Meinung nach bessere Alternative: Santa Marta. Weiterlesen

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Bonaire

gehört als östlichste Insel mit Aruba und Curacao zu den ABC-Inseln oder auch Niederländischen Antillen  und liegt direkt vor der Küste Südamerikas.

Die Landschaft könnte als Kulisse für Italo-Western dienen: Kakteen, niedriges Gestrüpp, Salzlagunen und zu große Leguane. Eine Insel also, mit der spätestens nach Abschaffung der Sklaverei kein Geld mehr zu verdienen war. Die Spanier nannten die ABC-Inseln bei ihrer Entdeckung islas inútiles (die unnützen Inseln). Ihre Kargkeit ist heute ihr Profit. Da die Insel sehr flach ist, ziehen die Passatwolken meist über sie hinweg, ohne abzuregnen. Keine Flüsse schwemmen Sedimente ins Meer. Das Sonnenlicht dringt bis 30 m tief ins Wasser und gibt den Blick frei auf eine artenreiche Unterwasserwelt. Die gesamte Insel wird umsäumt von einem Riff. Der Tauchtourist muss nur mit seinem Mietauto um die Insel fahren. Überall wo gelbe Steinmarkierungen aufgestellt sind, gibt es gute Zugänge zum Riff direkt vom Strand aus. Ein Boot benötigt er nicht.

Bonaire müsste eigentlich Bon Diving heißen.

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